Darreichungsformen und deren Fehlanwendungen vermeiden - Praxisnahe Beratung bei der Abgabe von Arzneimitteln

Wann:
Montag, 28.09.2020
09:00 - 17:30 Uhr
Wo:
Stuttgart
Zielgruppe:
Apothekeninhaber/Innen,
pharmazeutisches Personal
Inhalt des Seminars: 

Die richtige Dosierung ist bei Arzneimitteln wichtig, damit sie zuverlässig wirken können. Doch die Angaben auf dem Beipackzettel und beigelegten Messbechern oder Spritzen sind bei vielen rezeptfreien Medikamenten verwirrend und mangelhaft, wie eine Untersuchung zeigt. Dies könne leicht zu einer gefährlichen Überdosierung oder Unterdosierung führen. Besonders Kinder sind gefährdet: Wissenschaftlern zufolge macht gut die Hälfte aller Eltern unfreiwillig Fehler, wenn sie ihren Schützlingen Medikamente verabreicht. So zitiert der Stern in der Ausgabe vom 01. Dezember 2010.

Wenn sich Frauenmagazine und Tageszeitungen mit der Thematik von Arzneimittelanwendungsfehlern befasst, rückt diese Problematik mehr in den Vordergrund. Das ist zunächst ein positiver Effekt, denn nicht selten werden Arzneimittel unüberlegt oder falsch angewendet. Der Verbraucher scheut zum Teil den langen Text im Beipackzettel „das Wichtigste wird mir mein Arzt/Apotheker schon gesagt haben“. Wenn entsprechende Aufklärung ausbleibt, kommt es zu skurrilen Situationen, die die Fachleute in der Apotheke nicht für möglich halten: Zäpfchen werden gekaut, Brausetabletten geschluckt und Inhalationskapseln eingenommen. Wichtig ist, dass die Apotheke die typischen Anwendungsfehler kennt und den Kunden aktiv darauf anspricht.

Nach kurzer Einführung erfahren Sie im Seminar alle wesentlichen Hintergründe, um zu den Darreichungsformen Aerosole, Parenteralia und Peroralia gezielt Hinweise geben zu können, die Fehlanwendungen vermeiden helfen. Das proaktive Ansprechen der typischen Fehler bei der Einnahme von Arzneimitteln im Beratungsgespräch ermöglicht Ihnen einen Eindruck, ob der Kunde tatsächlich so gut Bescheid weiß, wie er zunächst vorgibt. Mit Fallbeispielen werden die jeweiligen Themenkomplexe inhaltlich und theoretisch trainiert. Die Gruppenarbeiten und Kommunikationselemente im Seminar helfen Ihnen, im Apothekenalltag Situationen zu vermeiden, in denen sich der Kunde in seiner Intimsphäre verletzt oder von oben herab beraten fühlt.

Ziel des Seminars: 
  • Vermittlung von praxisrelevantem Beratungswissen zu ausgesuchten Darreichungsformen
  • Nur wer die typischen Fehler des Verbrauchers kennt, kann proaktiv gegensteuern. Diese Informationen erhalten Sie im Seminar
  • Die therapeutische Relevanz z. B. der richtigen Einnahme von Peroralia wird im Detail besprochen. So können Verbraucher mit mehr Nachdruck zur richtigen Anwendung motivieret werden
  • Ein besseres Verständnis der Sicht des Laien und gezielte Aufklärung schafft dankbare Kunden und stärkt Ihre Kundenbindung
Themen­schwerpunkte: 
  • Aufgabe der Apotheke
  • Gründe für Fehlanwendungen, Beispiele von Fehlanwendungen und Häufigkeit
  • Erklärungsbedürftige Arzneiformen Teil 1: Aerosole, Parenteralia, Arzneiformen zur peroralen Anwendung, Anatomie und Physiologie des Magens, Einflüsse auf die Verweildauer von Arzneimitteln im Magen, flüssige und feste Peroralia
  • Hilfsmittel zur richtigen Anwendung
  • Direkte Wechselwirkungen: Arzneimittel – Nahrung
  • Beispiel für die Stärke der Wechselwirkungen von Arzneimitteln
  • Praxisbeispiele und Übungsaufgaben
Methodik:

Vortrag, Erfahrungsaustausch, Verfestigung des Gehörten durch Gruppenarbeit, Training an konkreten Beispielen

Voraussetzungen/ Arbeitsmaterial/ Hinweise: 
Referent/In: 

Claudia Wieger, Apothekerin

Fortbildungs­punkte: 

Fortbildungspunkte werden bei der Landesapothekerkammer BW beantragt, Akkreditierungsgebühren sind in der Seminargebühr enthalten.

Veranstaltungs­leistungen: 

Seminarleitung, Seminarunterlagen, Begrüßungskaffee, Tagungsgetränke, Kaffeepausen, Mittagessen

(Bitte teilen Sie uns evtl. Unverträglichkeiten oder vegetarische Ernährung mit Ihrer Anmeldung mit.) 

Preis für LAV-Mitglieder:
279,00 € zzgl. MwSt. (332,01 € brutto)
Preis für Nicht-Mitglieder:
418,50 € zzgl. MwSt. (498,02 € brutto)